Quartierplanung

Tetris – das Spiel beginnt
Im Jahr 2002 schrieb die Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU) einen Wettbewerb zur Aufwertung von Zentren von Gemeinden und Stadtquartieren aus. Auch eine Gruppe von Affoltemern bestehend aus den Personen Pascal Regli, Verkehrsplaner, Pia Meier, Quartier-/Gewerbeverein, Martin Käser, Gemeinschaftszentrum Affoltern und Georg l’Homme, Gemeinwesenarbeit Zürich-Nord, sowie dem Architekten René Chappuis nahm an diesem Wettbewerb teil, denn gemäss Umfragen des Gemeinschaftszentrums fehlt der Quartierbevölkerung ein Zentrum.

Zwischen Zehntenhausplatz und Bahnstation
Das Affoltemer Projekt Tetris sah die Aufwertung (Attraktivierung) des Zehntenhausplatzes als natürliches Zentrum von Affoltern in Etappen vor. Ziel war, aus dem durch die Wehntalerstrasse zerschnittenen Platz wieder einen Begegnungsort zum Flanieren und Einkaufen zu machen. Schnell wurde jedoch klar, dass ein Zentrum in Affoltern nur aus einem rösseren Gebiet, einem solchen vom Zehntenhausplatz bis zum Bahnhof Affoltern, bestehen konnte, weshalb der Perimeter auf dieses Gebiet ausgedehnt wurde. Der Prozess wurde aus städtebaulicher, aus soziokultureller, aus verkehrstechnischer und aus gewerblicher Sicht angesehen. Verschiedene Bevölkerungsgruppen und Organisationen wurden mehrfach miteinbezogen. Das Projekt Tetris gewann schliesslich den Wettbewerb.

In mehreren Etappen
Nachfolgend sind die verschiedenen Etappen des Projekts Tetris chronologisch zusammengefasst:

1. Etappe: Bis ins Jahr 2004

  • Drei Fussgängerstreifen am Zehntenhausplatz: Wehntalerstrasse, Schauenbergstrasse und Zehntenhausstrasse.
  • Flanierzone «In Böden».
  • Einheitliche Bepflanzung, um das Affoltemer Zentrum zu markieren.
  • Verknüpfung Zehntenhausplatz – In Böden.

2. Etappe: Bis ins Jahr 2008

  • Kauf und Umbau Von Dach-Haus («Zehntenhaus»): Konsumationsmöglichkeit, Bibliothek und Quartierplatz.

3. Etappe: Bis ins Jahr 2012

  • Zweiter Fussgängerstreifen über Wehntalerstrasse (bei ZKB/Kronenhof ): Erst wenn dieser Fussgängerstreifen besteht, kann die Unterführung aufgehoben werden.
  • Zehntenhausplatz durch «Platz schaffen» aufwerten.
  • Verstärktes Standortmarketing.
  • Bau eines Dienstleistungsgebäudes auf Bahnhofplatz (S-Bahn-Station).
  • Bushaltestellen beim Bahnhof einrichten.
  • Plafonierung Verkehr Wehntalerstrasse.
  • Neue Verkehrsführung: Beide Richtungen auf der Jonas Furrer-Strasse.

4. Etappe: Bis ins Jahr 2020

  • Tram Affoltern.
  • Allee Wehntalerstrasse.
  • Ladengebäude entlang Zehntenhausstrasse zwischen Riedenhaldenstrasse und In Böden.

Kerngruppe – das Spiel geht weiter
Das Team Tetris wurde nach der Abschlussveranstaltung im Reformierten Kirchgemeindehaus Affoltern im Jahr 2003 aufgelöst. Ungefähr ein halbes Jahr später wurde die Kerngruppe Affoltern gegründet. Diese machte sich zum Ziel, das Projekt Tetris weiterzuverfolgen. Da die Bautätigkeit in Affoltern zu diesem Zeitpunkt in den Startlöchern war, sah sich die Kerngruppe das Quartier als Ganzes an, wobei der Fokus auf der Aufwertung des Zentrums Affoltern blieb. Die Kerngruppe setzte sich von Anfang an aus Vertretern des Quartiervereins, des Gewerbevereins, des Gemeinschaftszentrums Affoltern und der Gemeinwesenarbeit Zürich-Nord zusammen. Ständiger Gast war stets das Amt für Städtebau. Heute sind die folgenden Personen in der Kerngruppe: Pia Meier, Doris Weber (beide Quartierverein), Peter Anderegg, René Steiger (beide Gewerbeverein), Raymond Kräutli (Gemeinschaftszentrum), Dominique Tschannen (Gemeinwesenarbeit Zürich-Nord), Marco Kiefer (Neuzuzüger) sowie Michael Charpié (Amt für Städtebau).

Umgesetzte Projekte
Seit der Gründung der Kerngruppe wurden verschiedene Informationsveranstaltungen und Führungen im Quartier durchgeführt. Zudem konnten folgende Ideen von Tetris seit der Gründung der Kerngruppe umgesetzt werden:

  • Drei Fussgängerstreifen.
  • Veranstaltungen auf dem Zehntenhausplatz zwecks Belebung: Weihnachtsmarkt, «haarige Sache», Affoltemer Tag.
  • Sporadische Aktionen für Fussgänger auf der Strasse In Böden: AffoltemerTag, Tag der Jugend (Fussballturnier).
  • Verschiebung Quartierwache vom Ifang ins Postgebäude.
  • Umgestaltung Zehntenhausplatz: mehr Raum für Veranstaltungen.
  • Aufwertung Bahnhof mit Avec-Laden, Bänken, Veloabstellplätzen etc.

Laufende Projekte

  • Von Dach Haus mit Aussenraum: Gestaltung eines Quartierplatzes.
  • Strasse In Böden wird in eine Begegnungszone (Tempo 20) umgestaltet.

Nicht weiterverfolgte Projekte

  • Die einheitliche Bepflanzung entlang der Zehntenhausstrasse und der Jonas-Furrer Strasse.
  • Der zweite Fussgängerstreifen über die Wehntalerstrasse (wird vom Kanton blockiert wegen Staugefahr).
  • Die bestehende Verknüpfung Zehntenhausplatz – In Böden wurde nicht weiter ausgebaut. Es wird abgewartet, was mit der städtischen Wiese hinter dem Von Dach Haus geschieht.
  • Nutzung der Unterführung für öffentliche Anlässe: Steht erst zur Diskussion, wenn diese nicht mehr gebraucht wird.
  • Der Verkehr auf der Wehntalerstrasse kann nur durch eine direkte Ausfahrt von der Autobahn nach Oerlikon reduziert werden. Ausfahrt Hagenholz wäre eine Lösung (eventuell vorgesehen mit Überdeckung Schwamendingen).

Angepasste Projekte / beerdigte Projekte

  • Bezüglich Standortmarketing wurden verschiedene Anläufe unternommen. Aber auch die Kerngruppe hat sich entschieden, in dieser Hinsicht nur bei Teilprojekten aktiv zu werden.
  • Dienstleistungsgebäude ist nicht mehr geplant. Dafür Aufwertung des Bahnhofs (siehe oben).
  • Bezüglich Bushaltestellen halten der 62er, der 37er und der 491er nach Regensdorf bei der S Bahnstation. Eine Bushaltestelle an der Wehntalerstrasse ist nicht geplant.
  • Ein beidseitiges Befahren der Jonas Furrer-Strasse ist unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll, das heisst nur falls Bahnunterführung Jonas-Furrer-Strasse kommen sollte.
  • Tramlinie nach Affoltern mit entsprechenden Veränderungen der Wehntalerstrasse: BewohnerInnen wollten diese bisher nicht.
  • Büro-/Ladengebäude an der Zehntenhausstrasse kommt nicht zustande.
  • Zusammenarbeit mit der Migros PK hat nicht gefruchtet.

Haltung der Kerngruppe

  • Verkehr/Bahnübergänge: Die Kerngruppe (KG) wünscht, dass flankierende Massnahmen an der Zehntenhausstrasse schnell umgesetzt werden, um den Verkehr zu reduzieren, und nicht erst wenn der Nordring ausgebaut wird. Zudem muss die Fussgänger- und Velounterführung Blumenfeldstrasse schnell umgesetzt werden. Die KG ist diesbezüglich beim Stadtrat vorstellig geworden.
  • Erneuerung Bahnhof: Die KG ist mit dem Resultat der Planung einverstanden und freut sich auf den neuen Bahnhof
  • VonDachHaus / In Böden: Die Öffnung des vDH für die Bewohnerschaft Affolterns ist ein wichtiger Bestandteil der Zentrumsentwicklung. In wessen Besitz das vDH ist, ist für die KG von zweitrangiger Bedeutung, solange die Nutzung für die Öffentlichkeit gewährleistet ist. Der Wert des vDH für das Quartier/Zentrum ist stark abhängig von der Kopplung des Hauses mit dem Aussenraum / der Wiese. Gemeinsam mit der Veränderung der Strasse In Böden in eine Begegnungszone kann mit dem ‚vonDach Platz’ eine grosse Fläche als Zentrums-Platz dienen, der den Fussgängern gehört. Eine angenehmere Verbindung des Zehntenhausplatzes zum ‚vonDach-Platz’ durch Verbreiterung des entsprechenden Weges wäre zu wünschen.
  • Fussgängerstreifen: Der vierte Fussgängerstreifen sollte realisiert werden – erst dann kann die Unterführung einer anderen Nutzung übergeben oder geschlossen werden.

planung@qvaffoltern.ch